So mancher Dreikäsehoch möchte kicken wie Ronaldo, tanzen wie der schönste Schwan oder nimmt seine neue Geige gar mit ins Bett. Doch selbst ein heftig artikulierter Wunsch und die größte Anfangsmotivation können nach einiger Zeit einen Dämpfer erhalten, wenn die Erkenntnis durchsickert, dass für all dies — Sport, Musik oder alle anderen anspruchsvolleren Hobbies — nicht ausschließlich Anerkennung und Spaß winken, sondern auch ein gewisser Einsatz erforderlich ist.
Für Kinder ist es eine wertvolle Erfahrung, dass Investitionen in die eigenen Fähigkeiten nicht immer sofort und ständig Spaß machen, sondern erst längerfristig und nachhaltig Freude bereiten. Wie oft soll pro Woche geübt werden? Wie lange soll täglich geübt werden? — das sind zentrale Fragen, mit denen sich fast jeder früher oder später an den familiären Verhandlungstisch begeben muss.
Hürden flach halten
Auch wenn so manch unbeirrbarer Idealist unter den Violin-Pädagogen eine andere Meinungen vertreten mag — in der Realität sind beim Aufkeimen des ersten Motivationstiefs Vereinbarungen zur Übezeit praktikabel, die sich für die jungen Musiker nicht als Einschränkung ihres Wohlbefindens darstellen, sich aber dennoch als niederschwellige Einstiegsdroge für die Freude an den eigenen Fortschritten, die ganz viele Kinder bereits nach kurzer Zeit erfahren, eignen.
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